
Lügengeschichten, Baby-Sabotage, Testament ändern: Diese Dinge sind in Beziehungen unverzeihlich
In der Liebe ist vieles verhandelbar – doch manche Grenzen sollten nicht überschritten werden. Im Rahmen der bevölkerungsrepräsentativen ElitePartner-Studie 2025 wurden über 6.000 Menschen befragt, welche Dinge sie in einer Beziehung unverzeihlich fänden. Von dreisten Lügen und manipulierter Kinderplanung über verzockte Vermögen bis zum spontanen Haustierkauf – es gibt sie tatsächlich, diese eine Handlung, mit der man die ganze Beziehung aufs Spiel setzt.
Vertrauen ist alles, bei Lügen ist’s aus: Verleumdung ist die schlimmste Beziehungssünde
Beziehungskonflikte haben meist zwei Seiten und sind komplex. Doch manchmal kann es auch ganz schnell vorbei sein, wenn ein:e Partner:in etwas tut, das der:die andere unverzeihlich findet. Die schlimmste aller Beziehungssünden: Verleumdung. Wer zum Lügenbaron wird, um den:die Partner:in abzuwerten oder Geschichten über ihn:sie erfindet, um Aufmerksamkeit zu bekommen, kann bald die Koffer packen: 78 Prozent finden es unverzeihlich, wenn der:die Liebste Dinge über sie erzählt, die nicht stimmen. Frauen (85 Prozent) reagieren auf Rufmord noch empfindlicher als Männer (70 Prozent). Sie stufen aber auch die übrigen Antworten häufiger als unverzeihlich ein.

„Dinge über mich erzählen, die nicht stimmen“
n = 6.328 Singles und Liierte
Kinderplanung manipulieren: für 8 von 10 nicht zu verzeihen
Heimlich die Pille nehmen oder absetzen? Eine Vasektomie durchführen, obwohl das Kinderzimmer schon eingerichtet ist? Ein solcher Vertrauensbruch erschüttert die Partnerschaft zutiefst – womöglich sogar unwiederbringlich. 77 Prozent der Liierten geben an, dass sie es nicht verzeihen könnten, wenn ihr:e Partner:in heimlich die Kinderplanung manipuliert. Schließlich geht es um den gemeinsamen Lebensentwurf, der sich so als große Lüge enttarnt.
Testament-Tricks, verzockte Ersparnisse und verheimlichte Vermögen
Wenn es um Geld geht, ist schnell eine Grenze erreicht – je größer die Summe, desto schlimmer. Deshalb ist eine heimliche Änderung des Testaments Beziehungssünde Nr. 3. Für insgesamt 69 Prozent der Befragten wäre es unverzeihlich, wenn sie einen versteckten Notartermin im Kalender ihres:r Liebsten finden oder das Erbe plötzlich unangekündigt an eine NGO geht. Doch auch im Diesseits kann man mit finanziellen Eskapaden so einiges aufs Spiel setzen: Wenn ein:e Partner:in eine hohe Geldsumme verzockt, etwa durch Glücksspiel oder riskante Aktiengeschäfte, würden zwei Drittel die Beziehung ernsthaft hinterfragen (67 Prozent). Für gut jede:n Zweite:n ist sogar eine scheinbare Lappalie wie der spontane Griff ins Portemonnaie absolut unverzeihlich, zumindest wenn er ohne Absprache erfolgt (53 Prozent). Etwas weniger gravierend ist es hingegen, wenn Geld nicht verschwindet, sondern auftaucht. Stellt sich plötzlich heraus, dass der:die Partner:in viel reicher ist als er:sie zugibt, wäre das nur für 38 Prozent unverzeihlich. Alle heimlichen Lottogewinner:innen können also aufatmen.
Geheime Kinder und Flirts unter Freunden: Doppelleben ist ein No-Go
Ein Doppelleben als Millionär:in mag für die Mehrheit verzeihlich sein, schwieriger sieht es aber aus, wenn es um Beziehungsthemen geht. Etwa wenn sich plötzlich Kinder aus früheren Liebschaften melden, von denen die neuen Partner:innen nichts wussten: Wenn Nachwuchs aus vorherigen Beziehungen verheimlicht wird, wäre das für 66 Prozent ein unüberbrückbarer Vertrauensbruch. Und gut jede:r Zweite hat anscheinend schlechte Erfahrungen mit untreuen Partner:innen gemacht – jedenfalls bewerten es 55 Prozent als unverzeihlich, wenn ihr:e Partner:in mit jemandem aus dem Freundeskreis flirtet.
Kein Kavaliersdelikt: Handy-Spionage für jede:n Zweite:n unverzeihlich
Auch Handy-Spionage ist nicht so harmlos, wie sie viele empfinden. Zwar hat die ElitePartner-Studie 2024 gezeigt, dass jede:r Vierte schon heimlich Nachrichten im Handy des:der Partner:in gelesen hat. Doch dass andere es auch tun, macht den Vertrauensbruch nicht weniger schlimm. Die Hälfte aller Befragten bewertet heimliche Handy-Spionage als unverzeihlichen Akt (49 Prozent).

49%
„Heimlich Nachrichten in meinem Handy lesen“
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Medizinische Diagnosen, Pornosucht, Gesetzesbrüche: Geheimnisse mit Sprengkraft
Manchmal steht hinter dem Verheimlichen eine gute Absicht, doch die Zahlen zeigen, dass die selten hilft: 49 Prozent der Menschen in Deutschland fänden es einen unverzeihlichen Vertrauensbruch, wenn der:die Partner:in eine medizinische Diagnose oder Krankheit verschweigt. Damit liegt dieses Geheimnis gleichauf mit kleineren Gesetzesverstößen wie etwa Ladendiebstahl oder Steuertrickserei (48 Prozent).
Aber man muss weder erkrankt noch ein Ganove sein, um seine:n Partner:in zu verprellen: Aus Sicht von 48 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer reicht schon häufiger (!) Pornokonsum aus, um ins Register „unverzeihlich“ zu geraten. Etwas wohlwollender wird hingegen bewertet, wenn Partner:innen regelmäßig Lust oder Höhepunkte vortäuschen. Nur 34 Prozent finden das unverzeihlich.
Von Haustieren bis zu riskanten Hobbys: Auch kleine Alleingänge können das Vertrauen zerstören
Nicht nur die großen Lebensentscheidungen bergen Sprengstoff. In manchen Fällen bringt es Partner:innen auch zum Platzen, wenn Alleingänge sich dauerhaft auf den Alltag auswirken. Zwar sind die meisten hier nachsichtig, doch für 35 Prozent ist die heimliche Anschaffung eines Haustiers ein absolutes No-Go. Und wer über die Anmeldung beim Ironman oder eine Mount Everest-Besteigung nachdenkt, sollte zumindest vor dem Klick auf „Jetzt buchen“ darüber sprechen. Denn auch ein zeitintensives oder riskantes Hobby, für das sich ein:e Partner:in ohne Absprache entscheidet, könnte in jedem vierten Fall die Beziehung gefährden (26 Prozent).

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„Je näher uns die Person steht, die uns Unrecht zufügt, desto stärker sind wir emotional verletzt“
Verhaltensweisen werden oftmals dann als schwerwiegende Kränkung erlebt, wenn persönliche Werte fundamental missachtet werden, wir das Verhalten gezielt gegen uns gerichtet erleben und unser Selbstwert dadurch tiefgreifend erschüttert wird“, erläutert Diplom-Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach. „Je näher uns die Person steht, die uns Unrecht zufügt, desto stärker sind wir emotional verletzt. Meist wird durch das Fehlverhalten unser Vertrauen irreparabel geschädigt. Doch selbst wenn es zunächst unmöglich erscheint, ist Verzeihen ein wichtiger Prozess zum Wiedererlangen des inneren Friedens. Denn es geht dabei nicht darum, das Unrecht zu akzeptieren oder das Gegenüber aus der Verantwortung zu entlassen, sondern um das Loslassen von Wutgefühlen und Rachegedanken.
Lisa FischbachDiplom-Psychologin | Forschungsleiterin und ElitePartner-Expertin
„In Partnerschaften können Dinge geschehen, die verletzend oder sogar unverzeihlich sind. Was könnten Sie Ihrem:r Partner:in nicht verzeihen?“
Gesamt | Frauen | Männer | |
---|---|---|---|
Dinge über mich erzählen, die nicht stimmen | 77,9 | 85,4 | 70,2 |
Kinderplanung manipulieren, z.B. heimlich die Pille nehmen bzw. absetzen, sterilisieren lassen | 77,1 | 84,9 | 69,2 |
Heimlich das Testament ändern | 69,3 | 73,3 | 65,2 |
Eine hohe Geldsumme verzocken, z.B. durch Glücksspiel, (riskante) Aktiengeschäfte | 66,9 | 74,9 | 58,7 |
Ein Kind aus früherer Beziehung verheimlichen | 65,5 | 72,9 | 57,8 |
Mit jemandem aus dem Freundeskreis flirten | 55,1 | 61,1 | 49,0 |
Ohne Absprache Geld von mir nehmen, z.B. aus der Geldbörse | 53,0 | 57,8 | 48,1 |
Medizinische Diagnose/Krankheit verschweigen | 49,2 | 54,0 | 44,3 |
Heimlich Nachrichten in meinem Handy lesen | 49,0 | 51,2 | 46,7 |
Kleinere Gesetzesverstöße, z.B. Ladendiebstahl, Steuertrickserei | 48,0 | 56,3 | 39,5 |
Großes Vermögen verheimlichen | 38,3 | 42,6 | 33,8 |
Ohne Absprache ein Haustier anschaffen | 35,2 | 33,0 | 37,5 |
Häufiger Konsum von Pornos | 35,1 | 47,6 | 22,4 |
Häufig Lust/Höhepunkt vortäuschen | 33,9 | 34,7 | 33,0 |
Für ein sehr zeitintensives oder riskantes Hobby entscheiden | 26,1 | 28,2 | 23,8 |